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Die Zwangsverwaltung

Zuständig ist das Vollstreckungsgericht, in dessen Bezirk das Grundstück liegt. Die Zwangsverwaltung wird auf Antrag des Gläubigers angeordnet. Der Antrag muss dieselben Angaben wie bei der Zwangsversteigerung enthalten. Auch die Voraussetzungen für die Vollstreckung sind dieselben.

Das Vollstreckungsgericht ordnet die Zwangsverwaltung durch Beschluss an und bestellt einen Zwangsverwalter. Das Grundstück wird von dem eingesetzten Zwangsverwalter in Besitz genommen und verwaltet. Er versucht, durch Vermietung und Verpachtung Einkünfte aus dem Grundstück zu erwirtschaften.

Der Zwangsverwalter berichtet dem Vollstreckungsgericht regelmäßig über die Verwaltung. Ergibt sich aus den Berichten des Zwangsverwalters, dass Einkünfte erzielt werden, bestimmt das Vollstreckungsgericht einen Termin zur Aufstellung eines Teilungsplans. Zu diesem Termin werden alle Gläubiger aufgefordert, ihre Forderungen gegenüber dem Vollstreckungsgericht anzumelden. Das Gericht erstellt zu diesem Termin den Teilungsplan. Dieser enthält die zu berücksichtigen Gläubiger, ihre Forderungen und ihre Rangfolge. In dem Termin wird mit den erschienen Verfahrensbeteiligten über den Teilungsplan verhandelt. Einwendungen werden erörtert und bei Bedarf im Teilungsplan berücksichtigt.

Soweit der Zwangsverwalter ausreichende Einkünfte erwirtschaftet, begleicht er daraus die Kosten und Forderungen in der im Teilungsplan festgestellten Reihenfolge.

Anders als bei der Zwangsversteigerung bleibt der Schuldner bei der Zwangsverwaltung immer Eigentümer des Grundstücks. Sie kann mehrere Jahre dauern und endet, wenn alle Forderungen vollständig beglichen sind.“


Inhaltlich verantwortlich: Oberlandesgericht Oldenburg

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