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Was passiert mit den Kindern? Wer hat die elterliche Sorge?


Die elterliche Sorge betrifft nicht die Frage, wer mit dem Kind das Wochenende verbringen darf, sondern ist viel weitgehender. Unter der elterlichen Sorge werden das Recht und die Pflicht der Eltern verstanden, für das persönliche Wohl ihres Kindes und sein Vermögen zu sorgen und es gesetzlich zu vertreten. Hierunter fallen also alle wesentlichen Entscheidungen, etwa über den Wohnsitz des Kindes, schwerwiegendere ärztliche Behandlungen oder auf welche Schule es gehen soll. An diesen Entscheidungen müssen beide Eltern mitwirken, wenn sie - wie im Regelfall - die gemeinsame elterliche Sorge haben.

Alltagsentscheidungen, zum Beispiel darüber, ob sich das Kind am Nachmittag mit einer Freundin verabreden kann, kann der Elternteil, bei dem das Kind wohnt, natürlich allein treffen. Das gilt auch für dringende Entscheidungen der elterlichen Sorge, die keinen Aufschub dulden - wie etwa eine sofort notwendige medizinische Versorgung des Kindes.

Solange die Eltern verheiratet sind, haben sie grundsätzlich die gemeinsame elterliche Sorge für die Kinder. Aber auch nach einer Scheidung verbleibt es bei der gemeinsamen elterlichen Sorge, sofern nicht durch das Gericht etwas anderes entschieden wird.

Bei Kindern, deren Eltern nicht miteinander verheiratet sind, liegt die elterliche Sorge bei der Mutter. Die gemeinsame Sorge haben sie, wenn sie erklären, dass sie die Sorge gemeinsam übernehmen wollen, einander heiraten oder wenn das Familiengericht ihnen die gemeinsame Sorge überträgt. Dazu kann der Vater - auch gegen den Willen der Mutter - beim Familiengericht einen Antrag stellen. Das Familiengericht überträgt dann die elterliche Sorge oder einen Teil der elterlichen Sorge beiden Eltern gemeinsam, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.

Das Familiengericht muss auch entscheiden, wenn ein Elternteil beantragt, die elterliche Sorge allein zu erhalten.

Auch von Amts wegen, also ohne Antrag, kann ein Sorgerechtsverfahren eingeleitet werden. Dies ist der Fall, wenn das Wohl des Kindes in Gefahr ist. Dann kann einem Elternteil oder auch beiden Elternteilen die elterliche Sorge entzogen werden.

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