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Umgangsverfahren


Sie leben von ihrem Ehepartner getrennt. Die Kinder leben bei ihm. Sie möchten Ihre Tochter oder Ihren Sohn aber ebenfalls regelmäßig sehen. Was können Sie tun?

Die Kinder regelmäßig zu besuchen und etwas mit ihnen zu unternehmen, betrifft den Umgang mit den Kindern. Der Umgang mit beiden Elternteilen ist grundsätzlich sehr wichtig für Kinder. Auch der Elternteil, bei dem die Kinder nicht tagtäglich leben, hat grundsätzlich das Recht, seine Kinder zu sehen und deren Entwicklung zu begleiten. Die beste Lösung ist es, dass die Eltern sich über den Umgang mit den Kindern selbst einigen. Hierfür können sie auch Hilfe vom Jugendamt, von Beratungsstellen oder Mediatoren in Anspruch nehmen.

Können die Eltern sich nicht außergerichtlich einigen, kann ein Antrag auf Regelung des Umgangs beim Familiengericht eingereicht werden. Die Familienrichterin oder der Familienrichter hört das Kind an, um zu erfahren, welche Interessen das Kind hat. Hier sind die Eltern nicht zugegen. Diese Anhörung kann entweder zum selben Termin wie die mündliche Verhandlung mit den Eltern stattfinden - dann geschieht sie in einem gesonderten Raum. Oder der Familienrichter oder die Familienrichterin machen hierfür einen Extratermin.

Um die gegenseitigen Standpunkte zu erörtern, treffen sich alle Beteiligten in einer mündlichen Verhandlung. Dem Kind wird vom Gericht ein Verfahrensbeistand beigeordnet, um die Interessen des Kindes zu wahren. Der Familienrichter oder die Familienrichterin wirkt darauf hin, dass die Eltern eine gemeinsame Lösung finden. Wie oft und lange das Kind Umgang mit dem Elternteil hat, bei dem es nicht lebt, hängt auch davon ab, wo dieser Elternteil wohnt und wie alt das Kind ist.

Können die Eltern sich nicht einigen, entscheidet das Familiengericht durch einen Beschluss.

Wie vieles im Familienrecht ist auch die Umgangsregelung nicht „fest“ bis zur Volljährigkeit des Kindes. Vielmehr müssen stets Entwicklungen des Kindes, auch im Verhältnis zu seinen Eltern, berücksichtigt und die gefundene Regelung angepasst werden. Wichtig für das Kind ist in der Regel aber auch, dass, wenn die Eltern eine Regelung gefunden haben, erst einmal Ruhe für das Kind einkehrt, so dass es sich auf eine verlässliche Planung einstellen kann.

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